Tri-border area, border river
Hinterprex 19, 95194 Regnitzlosau, Germany
  • Geschichte
  • Ort

Grenzüberquerung

Erreichbar in: English | Deutsch

Andreas Schumann beschließt aus der DDR zu fliehen, da er dort keine berufliche Perspektive mehr sieht. Als Mitarbeiter der Wasserwirtschaftsverwaltung besorgt er sich – unerlaubt – einen Grenzpassierschein und täuscht schließlich einen Anlass vor, um zur Grenze zu gelangen. Am 3. November 1988 ist es soweit: Früh wurde ich mit dem Auto abgeholt, von einem Fahrer zur Grenze geschafft, dort habe ich mich gemeldet, mein Grenzpassierschein wurde dort bestätigt, ich habe meine Papiere abgegeben, habe meine Arbeitssachen angezogen und bin begleitet von zwei Grenzaufklärern der Nationalen Volksarmee in das vorgelagerte Hoheitsgebiet der DDR entlassen worden. Hinter mir wurde der Zaun geschlossen. Nun kommt der heikle Part der Flucht: Er muss eine geeignete Stelle finden, wo er den Grenzfluss durchqueren und die Grenzsoldaten abschütteln kann – auch wenn er dabei sein Leben riskiert. Ich habe dann eine Stelle gefunden, das war genau am Dreiländereck – Grenze Tschechoslowakei, Bayern und DDR – wo mir das noch möglich erschien. So habe ich dann diese Möglichkeit genutzt. Ich bin ins Gewässer gestiegen, habe eine Probe genommen und hatte dann in dem Moment die Entscheidung zu fällen– zurück in die DDR, da wäre überhaupt nichts passiert. Man hätte den Zaun wieder aufgeschlossen, ich wäre ins Auto gestiegen und wäre abends bei meiner Familie gewesen. Oder in die andere Richtung zu rennen, mit der Option erschossen zu werden, gefasst zu werden oder dann eben in die Bundesrepublik zu entkommen. Weit und breit war dort kein Mensch, also es war schon riskant und lebensgefährlich, muss ich schon heute sagen. Er wagt die Flucht und rennt los. Es gelingt ihm tatsächlich, die Grenzsoldaten abzuschütteln, die zu seinem großen Glück nicht auf ihn schießen.

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Andreas Schumann

Andreas Schumann

Andreas Schumann wird am 27.10.1953 in Zwickau geboren und erlebt eine ruhige Kindheit. Nach dem Studium und der Promotion wird er 1984 stellvertretender Direktor der Wasserwirtschaftsdirektion Magdeburg. In dieser Position erkennt er, dass ihm in der DDR nur eine sehr eingeschränkte berufliche Zukunft möglich ist und er zudem die Ziele, die ihm persönlich am Herzen lagen, nicht wird umsetzen können. Er beschließt seine Familie vorerst zu verlassen und in den Westen zu fliehen. Hierzu verlegt er sein Tätigkeitsfeld in einen Bezirk, der eine lange Grenze zu Bayern aufweist. Unter vorgetäuschten Anlass und mit einem unerlaubt besorgten Grenzpassierschein fährt er am 03.11.1988 an den Grenzfluss und nimmt, um seine Tarnung aufrecht zu erhalten, Gewässerproben. In einem geeigneten Moment jedoch nutzt er die Gelegenheit und flüchtet über den Grenzfluss. Es gelingt ihm, die ihn begleitenden Grenzsoldaten abzuschütteln. Auf der bayrischen Seite klopft er am ersten Bauernhof, wo ihm die zunächst verblüffte Familie freundlich aufnimmt und Hilfe leistet. Er wird vorerst an die amerikanischen Besatzungsbehörden weitergeleitet und durchläuft dann das Aufnahme-Prozedere der BRD. Mit Hilfe von Familienangehörigen, Freunden und Bekannten sowie viel harter Arbeit gelingt ihm der Neuanfang und nach dem Fall der Mauer am 09.11.1989 kann er auch endlich seine Frau und ihre gemeinsame Tochter wiedersehen.

Tri-border area, border river

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On November 3, 1988, Andreas Schumann escaped at this spot across a border river from the GDR to the FRG. In this place the borders of 3 countries adjoined: GDR, FRG, and Czechoslovakia.

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